Reform der Referenzzinssätze

Am Freitag, den 05.03.2021 hat die Financial Conduct Authority (FCA) als Regulator der London Interbank Offered Rate (LIBOR) verkündet, dass die Veröffentlichung von GBP-LIBOR auf Basis der heutigen Methodik ab dem 31.12.2021 eingestellt wird. Somit ist GBP-LIBOR in seiner aktuellen Form ab diesem Datum für Darlehens- und Derivategeschäfte keine geeignete Basis mehr.

Wir haben uns bereits intensiv mit den Anforderungen und Auswirkungen der Umstellung auseinander gesetzt und umfassende Lösungen für eine möglichst reibungslose Transformation erarbeitet. Kunden, deren Verträge betroffen sind, haben wir im Vorfeld angeschrieben, um sie über die beabsichtigte Vorgehensweise zu informieren. Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, falls Sie entsprechende Verträge mit der pbb haben, deren Zinsbasis der GBP-LIBOR ist und Sie bisher keine Post von uns erhalten haben. Natürlich stehen wir Ihnen auch gerne für Fragen zur Verfügung, wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Verträge betroffen sind.

Offizielle Interessenvertreter, wie die Bank of England und die Financial Conduct Authority (FCA), und Branchengruppen, wie die Working Group on Sterling Risk-Free Reference Rates (die Working Group), haben unter anderem relevante Informationen veröffentlicht, auf die wir Sie ebenfalls aufmerksam machen möchten. Entsprechende Weblinks finden Sie nachstehend auf dieser Seite. 

Bitte beachten Sie, dass die Umstellung bestehender Kredite und Absicherungsinstrumente auf alternative risikofreie Zinssätze (RFR) bis spätestens 30. September 2021 abgeschlossen sein sollte und daher von den Parteien erwartet wird, dass sie den Umstellungsprozess nicht später als bis zum 31. März 2021, aber vorzugsweise so bald wie möglich beginnen. Die pbb wird dieser Empfehlung folgen und den Umstellungsprozess mit Ihnen in naher Zukunft beginnen. Wir werden keine neuen Produkte abschließen, die sich auf den GBP-LIBOR beziehen. 
  

Alternative Referenzzinssätze

Im Rahmen der Benchmark-Reform (IOSCO, EU BMR) wurden in mehreren Währungen die sogenannten "Risk Free Rates" (RFR), die auf Markttransaktionen basieren, als klare Alternative zum LIBOR eingeführt. 

Der relevante RFR für GBP-basierte Kredite ist der Sterling Overnight Index Average (SONIA), der 2018 so reformiert wurde, dass er auf Markttransaktionen basiert. Dieser Referenzzinssatz konnte sich bereits als weit verbreitete Alternative für den GBP-LIBOR an den Anleihe- und Derivatemärkten etablieren.

Die Arbeitsgruppe hat SONIA als ihren bevorzugten RFR für die Sterling-Märkte empfohlen und gleichzeitig den GBP-LIBOR als Benchmark für eine große Anzahl von Finanzprodukten ersetzt. Die pbb schlägt ihren Kunden daher vor, alle ihre Kredit- und Derivatkontrakte, die sich auf den GBP-LIBOR beziehen, ebenfalls auf SONIA umzustellen.

 

Bitte beachten Sie, dass - in Übereinstimmung mit den vorherrschenden empfohlenen Standards - der Unterschied zwischen GBP-LIBOR und SONIA durch eine Credit-Spread-Anpassung oder andere Anpassungen der Zinskomponenten ausgeglichen werden muss, um den Übergang für beide Parteien wertneutral zu gestalten. Weitere Informationen hierzu werden zu gegebener Zeit zur Verfügung gestellt.

Wir möchten darauf hinweisen, dass SONIA nicht der einzige alternative Zinssatz für den Sterling-Markt ist. Gerne stellen wir Ihnen mögliche Alternativen im persönlichen Gespräch vor. 

Für weitere Fragen rund um die bevorstehende GBP-LIBOR Transformation sowie die zukünftige Umstellung der USD- und CHF-LIBOR Zinssätze stehen wir Ihnen gerne jederzeit in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung - so schaffen wir einen möglichst reibungslosen Übergang.

Handlungsempfehlungen

Zwecks Vorbereitung auf den Umstellungsprozess und Identifikation notwendiger Änderungen hat die Working Group Sterling Risk-Free Reference Rates eine Reihe an Empfehlungen veröffentlicht. Diese sollen die operative Bereitschaft für die Umsetzung gewährleisten und gleichermaßen verdeutlichen, dass hierfür ein erheblicher zeitlicher Vorlauf erforderlich ist. Deshalb sollten insbesondere folgende Schritte umgehend eingeleitet werden:

  • Identifikation sämtlicher Produkte mit GBP-LIBOR Bezug.
  • Prüfung der zugrunde liegenden Verträge und Prozess zur Umstellung der Zinsbasis
  • Abwägung von Optionen für alternative Zinssätze.
  • Prüfung der operative Umsetzbarkeit neuer Zinsstrukturen und Zahlungsverfahren
  • Frühzeitiger Austausch mit dem GBP-LIBOR Produktpartner und Abstimmung eines Umstellungsverfahrens zwecks Vermeidung von Prozessunsicherheiten und ungewollter ökonomischer Folgen.

Die Sterling Working Group on Risk Free Rates hat eine Reihe von Erklärvideos veröffentlicht, die einen historischen Hintergrund sowie die wichtigsten Elemente der LIBOR-Umstellung darstellen:

Ergänzende Informationen finden Sie auch auf der Übersichtsseite der FCA.

Haftungsausschluss

Diese Information beinhaltet keine Rechts-, Finanz-, Investment- oder Steuerberatung bzw. anderweitige Empfehlung. Die hier enthaltene Information erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, oder Richtigkeit oder umfassende Analyse des Sachverhaltes bzw. der rechtlichen Aspekte. Es wird lediglich ein nicht fortlaufend aktualisierter Informationsstand wiedergegeben, der nicht als Ersatz für eine eigene Rechts-, Finanz-, Investment-, Steuer oder sonstige Beratung verstanden werden soll, um das Risiko zu analysieren und die Implikationen für Ihre Organisation zu ermitteln, die sich aus der Verwendung von SONIA basierten Sterling Produkten der pbb ergeben.

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RFR Working Group

Kontakt

Andreas Wuermeling
Loan Markets

Charles Balch
REF International

Nils Rademacher
Treasury